Sie sind hier: Startseite > Tipps- und Tricks > Nordic Walking
Nordic Walking
Vorwort zum Nordic Walking
„Das Nordic Walking kommt aus Finnland, wo Skilangläufer und Biathleten es als Sommertraining entwickelt haben. Seit den 90er Jahren ist es dort Breitensport. Altersmäßig kann man die Teilnehmer überhaupt nicht mehr eingrenzen, aber 90% sind bisher Frauen“, sagt Robert Weber, der Walkingbeauftragte des Landes-Leichtathletikverbandes. Für ihn liegen die Gründe auf der Hand: „Nordic Walking ist von oben bis unten gesund. 90% der Muskulatur werden beansprucht und dank des Stockeinsatzes werden die Gelenke bis zu 40% entlastet. Der Energieverbrauch beträgt rund 400 Kalorien pro Stunde".
Der gesündeste Sport der Welt
Nordic Walking ist der Trendsport des Sommers. Das neue Ganzkörpertraining baut überflüssige Kilos ab, stärkt den Rücken und schützt das Herz – ohne Anstrengung, ohne Stress. Kein anderer Sport verbrennt so effektiv Fett wie Nordic Walking. Bei regelmäßigem Training steigt der Spiegel des Wachstumshormons Somatotropin an. Und dieser Powerstoff ist der mit Abstand stärkste körpereigene Fettverbrenner. Denn Somatotropin schmilzt Fettzellen – und baut Muskeln auf. Trotz der minimalen Belastung fürs Herz ist Nordic Walking offenbar die beste Methode um das Kreislauf-System zu trainieren. Nordic Walking entlastet die Füße um bis zu fünf Kilo pro Schritt. Klingt unspektakulär, bedeutet aber dass man den Gelenken in 30 Minuten eine Belastung von neun Tonnen erspart im Vergleich zum normalen Walking. Zusatzvorteil: geringeres Verletzungs- und Verschleißrisiko für Sehnen, Bänder und Gelenke. Keine andere Sportart aktiviert mehr Muskeln. Der Körper aktiviert immerhin 90 % der rund 700 Muskeln. Regelmäßiges Nordic Walking-Training trägt zur Gewichtsreduzierung bei, fördert die Durchblutung, stärkt das Herz-Kreislauf-System sowie die körpereigenen Abwehrkräfte.
Das Ganzkörpertraining
ist eine Kombination aus schnellem Gehen und aus Skilanglauf. Man marschiert dabei durch das Gelände mit leichten Stöcken aus Carbon (Glasfasergemisch). Optimal: dreimal die Woche 30 bis 40 Minuten trainieren. Sieben Gründe, warum eigentlich jeder einmal zu den Stöcken greifen sollte.
Fettverbrennungsmaschine
Nichts strafft die Figur effektiver und schneller als das nordische Schnellwandern an der frischen Luft. Nach 30 Minuten verliert der Körper dabei ca. 600 Kilokalorien – und damit lästige Pfunde.
Rücken-Wunder
In Finnland verordnete man Frauen, die am Computer arbeiten und über Beschwerden im Schulter-Nacken-Bereich klagten, Stock-Wandern statt Pillen. Ergebnis: Die Beschwerden verschwanden bei über der Hälfte der Frauen und die Beweglichkeit der Hals- und Brustwirbelsäule verbesserten sich deutlich.
Schutz vor Depressionen.
Beim Nordic Walking werden vermehrt die Hormone Endorphin, Serotonin, Noradrenalin und Dopamin ausgeschüttet. Und diese Stoffe wirken vor allem im Bereich des Limbischen Systems – der Gefühlszentrale im Gehirn. Sie sorgen für gute Laune und senken nachhaltig das Risiko für Depressionen.
Cholesterin-Bremse.
Nordic Walking verbessert die Blutfettwerte: Der Anteil des schädlichen LDL-Cholesterins wird reduziert und die Gerinnungsfähigkeit des Blutes gesteigert. Effekt: Das Infarktrisiko sinkt drastisch.
Kraft für die Knochen.
Vor Knochenabbau schützt Walking besser als jede andere Sportart. Beim schnellen Gehen mit Stöcken lastet das Körpergewicht ausgeglichen auf dem Skelett – das stimuliert den Aufbau von Knochensubstanz.
Fitnes-Faktor.
Nordic Walking steigert die Energieversorgung des ganzen Organismus. Die so genannte Sauerstoff-Transport-Kapazität des Blutes – ein Wert, der die allgemeine Fitness misst – steigt um bis zu 25 Prozent.
Immun-Power. Immunologen haben festgestellt: Während des Nordic Walking produzieren die Muskeln mehr Interleukin-6 als bei anstrengendem Intensiv-Sport. Das ist ein Botenstoff, der das Abwehrsystem ankurbelt und für Nachschub an Immunzellen sorgt. (Bericht von Dr. Ulrich Strunz) Der für das Nordic Walking typische Diagonalschritt lässt sich ruck zuck erlernen.
Die wichtigsten Punkte:
- Arme entgegengesetzt zur Beinbewegung auf Brusthöhe mitschwingen.
- Stöcke eng am Körper führen.
- Den linken Stock gleichzeitig mit der rechten Ferse aufsetzen (und umgekehrt)
- Für Einsteiger: Kleine bis mittelgroße Schritte sind ideal, weil so am schnellsten ein Trainingseffekt eintritt.
Wissenswertes über Nordic-Walking-Stöcke
Bei der Auswahl der Stäbe kommt es auf die richtige Länge an. Die Faustformel lautet: Körpergröße x 0,66. Das heißt: Ist jemand 180 cm groß, braucht er eine Stocklänge von ca. 120 cm.
Modell: Wählen kann man zwischen Nahtlos- und verstellbaren Teleskop-Stöcken. Letztere passen sich gut dem Gelände an, können auch im Rucksack verstaut werden. Nachteil: vibrationsarm, weniger stabil. Empfehlenswert bei 4000 bis 5000 Stockeinsätzen pro Arm und Trainingseinheit sind nahtlose Stöcke.
Material: Dr. Ulrich Strunz empfiehlt Stäbe aus Carbonfasern – sie dämpfen Stöße optimal ab. Von Billig-Exemplaren aus Aluminium rät er ab. Die können bei starker Belastung durchbiegen. Stöcke gibt es in jedem guten Sportgeschäft. Preis 80 bis 100 Euro.
Griff: Die Schlaufen mit Klettverschlüssen werden wie Manschetten an den Händen befestigt, sollten stufenlos einstellbar sein. Der Griff (ohne starke Riffelung) muss gut in der Hand liegen. (alles nach Dr. Ulrich Strunz)
Text: Sieghard Scholz