Triathlon im „Trainings“-Urlaub ist immer beliebter, bei mir und bei den meisten Tris’s mit Interesse am Reisen und den angenehmen Trainingsbedingungen insbesondere der Kanaren.
Also ging es für Birgit und mich auch 2018 im Direktflug von Hamburg diesmal nach Gran Canaria. Dieser „Touristenmagnet“ hatte bereits zweimal eine Triathlon Veranstaltung auf die Beine gestellt und hatte auch 2018 eine Doppelveranstaltung angeboten, die nicht nur die 70.3 Frühformtri’s anzog, sondern auch die OT’s, die bereit sind etwas länger zu schwimmen. Wir hatten 4 Tage vorher Zeit für Akklimatisation mit dem Mietfahrrad (Ghost), was auch dringend notwendig war nach einem extrem späten und langen Winter in Norddeutschland. Das sehr bergige südliche Inselgebiet mit wenigen Teerstraßen rund um Maspalomas war was für Bergziegen und Kletterer und nicht wirklich für mich. Ich spürte sehr schnell meine bescheidenen Grenzen, zumal es abseits der welligen Küstenstraße immer sehr schnell steil bergan ging (7 bis 15%, oftmals viele Kilometer). Meine Umfänge blieben daher bescheiden, genauso wie die Laufeinheiten am Abend, denn bei 20-26°C war die Luft raus. Einzig das Schwimmen im Atlantik war ungezügelt insbesondere am geschützten Strand von Amadores Beach perfekt möglich, womit jeder Tag dann auch begann.

Der Tag vor dem Wettkampf verlief leider nicht wie geplant. Ich hatte mir wohl was Bakterielles eingefangen, jedenfalls wurde ich krank mit sehr deprimierenden Symptomen. Ich verbrachte Zeit auf der Toilette statt am Strand, bekam Übelkeit und Kopfschmerzen und hatte größte Mühe mein Rad zu bewegen, um es im Nachbarort aufzupumpen (Puerto Rico). Dann wurde mir in der Sonne schwindelig und ich brauchte Birgits Hilfe, um mein Rad einzuchecken, was mir komplett sinnlos erschien. Birgit blieb Optimist und besuchte die Briefingveranstaltung im Nachbarhotel (Gloria), um mir zu sagen, dass garantiert kein Neoverbot sein würde (17,5°C Wassertemperatur) und wir sollten einfach abwarten.
Die Nacht war entsprechend bescheiden und um 5:45 Uhr am 21.04.18 war zu entscheiden, ob es Sinn haben kann. Ein TRI versucht es immer, wenn es irgendwie zu verantworten ist und geht zumindest zum Start. Im Morgengrauen erledigte ich die Vorbereitungen routiniert, jedoch völlig kraftlos. Ich hatte natürlich nichts gegessen und kaum was getrunken! Also, was geht? Es ging nur um Teilnehmen und ein bleibendes Erlebnis, und genauso ging ich um 7:55 in den Startblock, voller Fragen und auch Neugierde, wie wohl unsere Deutschen Profis die 70.3 angehen. Werden Patrick Lange und Andi Böcherer ganz vorne sein? Wo ist der gemeldete Alistair Brownlee eigentlich? Aber Daniela Ryf ist wohl auch nicht gekommen…

Beim Start des Short Triathlon um 8:05 zählte für mich nun nur die Cut-Zeit 9:00 zu schaffen (1.9km), danach galten die entspannten MD-Cut-Zeiten auch für die Shorties. Zwei Runden in den Ozean hinein mit einem Landgang, was ohne schwere See gut zu schaffen war. Da ich „stabil“ genug war ging es langsam nach 47 Minuten in die Wechselzone und zum Pedalieren. Die anspruchsvolle Hügelstrecke der Küstenstraße hatte mehrere Runden und war vollständig für Autoverkehr gesperrt worden. Dies wurde seit Tagen an der Strecke der Bevölkerung angekündet, denn es wurde um Verständnis für die zahlreichen TRi’s gebeten, wie ich es noch nicht erlebt hatte:

Nach 40km und diversen Überrundungen durch die Profis und auch hoffentlich gesünderen Amateure wechselte ich auf die 10km Laufstrecke, die ich ganz sicher nicht viel länger hätte laufen wollen. Mein Zustand war soweit ok, aber steile Anstiege wollte ich nicht wirklich laufen, ich wollte gesund ankommen. Es brachte aber dennoch Spaß und blieb mir im Zieleinlauf dann auch unvergesslich. Ich erlebte fast mehr Freude, als bei einem normalen schnellen Finish und konnte den Tag dann mit Birgit ganz entspannt am Strand genießen, den weiteren Finishern zuschauen. Patrick und Andi wurden übrigens Dritter und Zweiter, weil ein noch schnellerer Spanier (Dapena Gonzalez) für einen Streckenrekord sorgte, und wohl einen besseren Tag hatte. 

Kategorien: Triathlon

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